Forumtheater in Unternehmen

Jan-Felix Chudarski – Forumtheater in Unternehmen

Jan-Felix Chudarski
Jan-Felix Chudarski

Inhaber von Theatersehenlernen und selbständiger Kultur- und Theaterpädagoge in Bielefeld.

Hier gehts zum Podcast-Interview über Forumtheater in Unternehmen (Folge #13):

Forumtheater in Unternehmen

„Forumtheater kann eine Mediation unterstützen, sie eventuell sogar ersetzen.“ – Jan-Felix Chudarski über Konflikte in Betrieben.

Forum-Theater ist das Theater der Unterdrückten von Augusto Boal. Es zielt darauf durch aktive Teilhabe der Zuschauer positive Lösungen für Opfer von repressiven Alltagssituationen zu finden.

Durch die unterschiedlichen Lösungsvorschläge aus dem Publikum, werden mehrere Perspektiven eröffnet. Das Forum-Theater ist durch seinen spielerischen Charakter neben seinem klassischen Einsatz im kulturellen Bereich auch eine erfrischende Alternative für bestimmte Konfliktsituationen in Unternehmen. Statt einer rationalen und kognitiven Vorgehensweise, treten Ästhetik und Gefühle in den Vordergrund.

Felix Chudarski ist Künstler, Freigeist und Theater-Macher aus Bielefeld. Neben dem Forumtheater bietet der gebürtige Bielefelder szenische Lesungen (auch für Schüler) und Klassenzimmertheater an.

Wir sprechen in dieser Episode über

  • Umriss und Einsatz von Forum-Theater
  • Einsatzmöglichkeiten außerhalb des kulturellen Bereichs
  • Szenische Lesungen in Schulen
  • Felix Werdegang zum Lehrer und nach Franken – und zurück
  • Felix beste Tipps für gute Kommunikation

Erfahre mehr über den Host vom „Miteinander reden“ Podcast. Michael Lorenz ist auch Experte für Customer Relationship Management (CRM) und digitales Marketing: KUNDENFOKUSSIERT – digitale Kundenbeziehungen.

Bonus: 10 Fragen an Jan-Felix Chudarski

Jahrgang

1988.

Gebürtig aus

Bielefeld.

Welche drei Eigenschaften beschreiben Dich am besten?

Neugierig, diskussionsfreudig, einfühlsam.

Mit wem möchtest Du gern mal Abendessen?

Ich glaube ich würde gerne mit Niklas Luhmann Abendessen gehen, wenn er noch leben würde. Mich interessiert wie er sich das mit den autopoietischen Systemen, ohne Menschen als beobachtende Akteure, vorgestellt hat.

Welches sind Deine beruflichen Schwerpunkte?

Meine beruflichen Schwerpunkte im Rahmen meiner Selbständigkeit umfassen aktuell drei Säulen, die um eine vierte erweitert werden soll:

  1. Mitglied beim Pisak-Theater Bielefeld
  2. Szenische Lesungen für Kindergarten- und Grundschulkinder
  3. Forum-Theater-Seminare mit Schwerpunkt auf repressiven Alltagspraxen
  4. Szenische Lesungen als Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer

Ich bin ein Ein-Mann-Betrieb, sozusagen bin ich die Person selbst das Unternehmen. Meine Selbständigkeit funktioniert natürlich nicht autark, sondern immer in Kooperation, sei es mit Schulen oder, wie im Fall des Klassenzimmertheaters gegen Mobbing mit dem Pisak-Theater Bielefeld.

Warum hast Du das zu Deinem Beruf gemacht?

Ich habe mich gerade erst selbständig gemacht. In den letzten Monaten habe ich einen Businessplan entworfen, der von der IHK abgesegnet wurde, weil ich einen Gründungszuschuss beantragt habe, der mir ab Februar gewährt wird. Ich habe demnach aus Arbeitslosigkeit heraus gegründet.

Bevor ich mich dazu entschieden habe, mich selbständig zu machen, haben ich an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet und hatte vor zu promovieren. Ich habe in Bayern auch meinen Master und meine Ausbildung zum Spielleiter absolviert. Allerdings habe ich in dem einen Jahr, in dem ich an der Uni gewesen bin gemerkt, dass der wissenschaftliche Kontext nicht mein Arbeitsbereich ist und ich das Theater hätte übers Knie brechen müssen für eine wissenschaftliche Karriere und das hab ich nicht übers Herz bringen können. Es spielt einfach eine zu große Rolle in meinem Leben und ich selber interpretiere mich als Künstler, Freigeist, Theater-Macher und kann ohne das Spielen nicht leben.

Allerdings habe ich auch ein großes Problem mit hierarchischen Strukturen in bestimmten Arbeitssystemen, nicht, dass ich nicht fähig bin zu kommunizieren, aber ich möchte selbst Verantwortung haben, für das was ich tue und nicht nur „ausführende“ Kraft sein. Ich habe allerdings immer schon, auch neben den Beschäftigungen, die ich sonst hatte und neben dem Studium, freiberuflich gearbeitet und jetzt habe ich die Möglichkeit alles, was ich habe an Zeit, auch investieren zu können und das ist einfach nur fantastisch.

Deine drei besten Tipps für gute Kommunikation?

Aufmerksam zuhören, mitfühlen und präsent sein. Ich glaube, dass andere Menschen dann auch eher bereit sind, einem offen zu begegnen.

Wo ist Dein absoluter Lieblingsort?

Vor Publikum.

Wo finden wir Dich als Person online oder auf Social Media?